„Schon krass, wie lange so was bei uns dauert!“ Mit diesen Worten begann der Blog, den wir in der Ausgabe des Niedernhausener Anzeigers vom 3. April 2025 veröffentlicht haben. Die Angebotsfrist für das sogenannte Interessenbekundungsverfahren war abgelaufen und es hatten sich dreizehn Unternehmen daran interessiert gezeigt, Windkraftanlagen bei uns in Niedernhausen auf den ausgewiesenen Vorranggebieten zu projektieren. Vorgesehen war, dass bis Anfang Juli die drei kommunalen Gremien – also die Gemeindevertretung von Niedernhausen und die Stadtverordnetenversammlungen von Eppstein und Idstein – die notwendigen Entscheidungen auf Basis einer Empfehlung der interkommunalen Vergabegruppe treffen.
Gedauert hat das nun wieder etwas länger. Obwohl bereits seit Juli im Grunde genommen feststeht, dass die Mainova AG mit Entwicklung, Bau und Betrieb der Windkraftanlagen beauftragt werden soll (vgl. hierzu Pressemitteilung der Gemeinde Niedernhausen, veröffentlicht auch hier in dieser Zeitung am 24. Juli), kann erst jetzt mit den Vertragsverhandlungen begonnen werden, weil die Stadtverordnetenversammlung von Idstein erst am 18. September den Rahmenbedingungen für die Vertragsverhandlungen mit Mainova zugestimmt hat.
Schon krass, wie lange so was bei uns dauert! Zur Erinnerung: Am 8. Oktober 2023 hatten wir Bürgerinnen und Bürger von Niedernhausen in einem Bürgerentscheid für den Bau von Windkraftanlagen auf den bereits von der Landesregierung ausgewiesenen Vorranggebieten votiert.
Aber schauen wir nach vorn: Mainova kommt aus der Region, ist in Niedernhausen u.a. auch mit der Bereitstellung von öffentlicher Ladeinfrastruktur für E-Autos präsent und die Stadt Idstein berichtet von guten Erfahrungen mit Mainova im Zusammenhang mit dem interkommunalen Windenergie-Projekt Idstein-Hünstetten. Dieser letzte Punkt könnte bei den nun ausstehenden Detailverhandlungen beschleunigend wirken, denn wir müssen in Niederhausen ja nicht jedes Rädchen neu erfinden.
Dennoch gibt es noch viel zu klären. Es geht u.a. um die Betriebsform des Windparks, die Kostenaufteilung, die Bestimmung der Projektanteile der Beteiligten und den Umfang der Bürgerbeteiligung. Hierzu bedarf es intensiver Gespräche zwischen den Kommunen und Mainova. Mainova – so unser Kenntnisstand – ermöglicht eine Fremdbeteiligung durch Kommunen bzw. Bürger von insgesamt bis zu 20%. Interessant wird nun sein, wie sich die drei Kommunen dazu jeweils entscheiden und in welcher Form Niedernhausen für seine Bürgerinnen und Bürger eine Beteiligung vorsehen wird.
