Windkraftanlagen in Niedernhausen – Was bedeutet dies für unser Grundwasser?

Vielfach wird befürchtet, dass wir durch die Errichtung von Windkraftanlagen unser Grundwasser gefährden. Menge und Qualität des Grundwassers würden beeinträchtigt. Aber das stimmt so nicht. Auch nach einem JA beim Bürgerentscheid am 8. Oktober 2023 wird sich an der Grundwasserversorgung in Niedernhausen nichts ändern.

Damit Windräder stabil stehen, werden sie durch Beton befestigt. Die Fläche ist dann versiegelt, daher versickert das hier anfallende Regenwasser um das Fundament. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sieht aber dadurch keinen negativen Einfluss auf die Neubildung von Grundwasser. Schlicht und einfach deshalb, weil das Wasser sich seinen Weg sucht und findet. Im Wald gibt es um ein Windrad herum genügend Fläche, durch die das Wasser versickern kann. Die Zuwegung zu den Windrädern wird übrigens nicht versiegelt, es reichen Schotterwege.

Bei uns in Niedernhausen ist die gesamte Trink- und Brauchwasserversorgung durch eigene Brunnen gesichert. An mehreren Standorten sorgen Brunnen, Aufbereitungsanlagen und Wasserbehälter zur Speicherung- und Verteilung des Trinkwassers für eine hohe Betriebssicherheit. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Dies würde auch durch Windkraftanlagen nicht beeinträchtigt, denn solche Anlagen dürfen – um Verunreinigungen durch wassergefährdende Stoffe wie Getriebeöle sowie Schmier- und Kühlmittel zu vermeiden – in Wasserschutzzonen I und II gar nicht gebaut werden. Der Nahbereich einer Wassergewinnungsanlage, die Zone I, ist eingezäunt und vor jeglicher Verunreinigung zu schützen. Die Zone II, der engere Bereich, umfasst das Gebiet, in dem das Grundwasser 50 Tage oder weniger bis zum Erreichen der Fassung braucht; das schützt vor pathogenen Mikroorganismen wie Bakterien und Viren. In der weiteren Wasserschutzzone III –  sie umfasst das gesamte Einzugsgebiet der geschützten Wasserfassung von den Grenzen der Zone II bis zu den oberirdisch oder unterirdischen Wasserscheiden, ab denen aufgrund der Fließrichtung kein Wasser mehr zur Entnahmestelle gelangen kann – bedarf es stets einer Einzelfallprüfung und -genehmigung und gegebenenfalls besonderer Sicherheitseinrichtungen wie etwa Auffangwannen. In Niedernhausen betrifft dies das Vorranggebiet zwischen Oberseelbach und Oberjosbach westlich Nickel sowie das Gebiet zwischen Engenhahn und Königshofen nördlich Hohe Kanzel. Das Vorranggebiet  am Hahnberg zwischen Niedernhausen und Naurod liegt außerhalb einer Wasserschutzzone.

Wenn das Fundament für ein Windrad hergestellt wird, kann es durchaus zu einer Senkung des Grundwasserspiegels kommen. Die Absenkung erfolgt dann aber sehr lokal und nur für die Zeit des Baus. Werden Windräder – wie es in Niedernhausen der Fall wäre – auf Anhöhen erbaut, ist gar nicht mit oberflächennahem Grundwasser zu rechnen. Gegebenenfalls kann eine kleinräumige Entwässerung für die Bauphase erforderlich sein. Kleinräumig meint hier die Fläche der Fundamente. Dies verursacht aber keinen allgemeinen Rückgang des Grundwassers.

Windräder gefährden Qualität und Quantität des Grundwassers nicht. Verantwortlich für sinkende Grundwasservorkommen sind der Temperaturanstieg und die insgesamt geringeren Regenwassermengen durch den Klimawandel. Wegen der steigenden Durchschnittstemperaturen verdunstet das Wasser stärker und es häufen sich Starkregenfälle, bei denen die Niederschläge nicht vom Boden aufgenommen werden können.

Ein JA zur Windkraft bedeutet:

  • Wir schützen durch die Nutzung von Windenergie das Grundwasservorkommen in unserem Wald, denn wir leisten durch den Bau von Windrädern einen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes und damit einen Beitrag zum Klimaschutz.

Quellenhinweise zu „Windkraftanlagen in Niedernhausen – Was ist denn mit den Emissionen?“:

Umweltbundesamt, Windenergie an Land: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/windenergie-an-land#flaeche

BWE Bundesverband WindEnergie, Schall: https://www.wind-energie.de/themen/mensch-und-umwelt/schall/

Energieagentur Rheinland-Pfalz, Weniger Lichtemissionen im Windpark durch neues System: https://www.energieagentur.rlp.de/info/die-energieagentur-informiert/aktuelle-meldungen/aktuelles-detail/weniger-lichtemissionen-im-windpark-durch-neues-system